Improved walking ability and reduced therapeutic stress with LokoHelp

J Rehabil Med 2009; 41: 734-739

RANDOMIZED CONTROLLED TRIAL

Improved walking ability and reduced therapeutic stress with an electromechnical gait device.

SUSANNA FREIVOGEL, PT1, DIETER SCHMALOHR, MD1 and JAN MEHRHOLZ, PhD2,3

From the 1Neurological Rehabilitation Hospital, Hegau Jugendwerk, Gailingen, 2Institute of Rehabilitation Science, Klilnik Bavaria in Kreischa and 3SRH Fachhochschule für Gesundheit, Gera, Germany

 

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Klinische Studie mit dem neu entwickelten LokoHelp-System

Brain Injury, July 2008; 22(7-8): 625-632

CASE STUDY

Gait training with the newly developed "LokoHelp"-system is feasible for non-ambulatory patients after stroke, spinal cord and brain injury. A feasibility study

SUSANNA FREIVOGEL1, JAN MEHRHOLZ2, TANYA HUSAK-SOTOMAYOR1, & DIETER SCHMALOHR1

1Neurological Rehabilitation Hospital, Hegau Jugendwerk, Gailingen, Germany and 2Department of Neurological Rehabilitation, Klinik Bavaria, Kreischa, Germany

 

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Fussführender Gangtrainer versus beinführender Gangtrainer

Fussgeführter mechanischer Gangtrainer versus beingeführter mechanischer Gangtrainer
Zur Zeit ist eine breitgeführte Fachdiskussion unter Wissenschaftlern und Anwendern im Gange darüber, ob unterschiedliche Therapieergebnisse  durch einen fussgeführten Gangtrainer (LokoHelp-Modell „Pedago“) und einen beingeführten Gangtrainer festzustellen sind. Mit zunehmendem Einsatz der entsprechenden Gangtrainer in der Lokomotionstherapie wächst die Erkenntnis, dass der fussgeführte Gangtrainer entscheidende Vorteile bietet. Die LHG wird im Zuge veröffentlichter Studien Ihren Beitrag zu dieser Fachdiskussion leisten, kommentiert durch Susanna Freivogel, wissenschaftliche Autorin und Chefphysiotherapeutin.

 

Roboter oder Therapeuten gestützte Lokomotions-Therapie bei Patienten im  chronischen Stadium nach Schlaganfall?

Eine randomisierte kontrollierte Studie von
T. George Hornby, Donielle D. Campbell, Jennifer H. Kahn, Tobey Demott, Jennifer L. Moore and Heidi R. Roth
Stroke 2008;39;1786-1792


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PMID: 18467648 [PubMed - indexed for MEDLINE]             Link zur Publikation

Hintergrund und Zweck der Studie war die Untersuchung von gangspezifischen Verbesserungen im Vergleich von einem durch einen Therapeuten assistierten Laufbandtraining mit einem robotgestützten Laufbandtraining mit dem Lokomaten.
Grund für die Studie war die Tatsache, dass Laufbandtraining zwar bekannter weise die Gehfähigkeit bei Patienten mit Hemiparesen verbessern kann, die Anwendung des Laufbandtrainings auf Grund des Personalbedarfs und der körperlichen Anforderungen jedoch häufig eingeschränkt ist. Der Lokomat ist zur Erleichterung des Laufbandtrainings entwickelt worden und in der Lage das Gehen des Patienten konsistent und symmetrisch zu unterstützen; die Effektivität dieses Trainings ist bis jetzt jedoch wenig belegt.

Methode:

Untersucht wurden 48 gehfähige Patienten nach einem Schlaganfall in einem chronischen Stadium. Diese Patienten wurden gestützt auf die Ganggeschwindigkeit in zwei Gruppen eingeteilt (leichte und mittlere Beeinträchtigung) und erhielten entweder 12 Behandlungen mit einem Therapeuten assistierten oder 12 Behandlungen eines Laufbandtrainings mit dem Lokomaten. Die Einteilung in die beiden Behandlungsgruppen erfolgte randomisiert (= zufällig). Die Dauer der Therapie betrug in beiden Behandlungsgruppen 30 Minuten. Die Ganggeschwindigkeit wurde in beiden Gruppen systematisch gesteigert. Ebenso wurde in beiden Gruppen eine Entlastung des Körpergewichtes von 30 – 40 % verwendet. Während in den robotgestützten Therapien eine fortdauernde symmetrische Unterstützung erfolgte wurde beim Therapeuten assistieren Laufbandtraining die manuelle Unterstützung nur wenn nötig gegeben.

Messungen und Ergebnisse:
Apparativ erfasst wurden Ganggeschwindigkeit in der Ebene und Gangsymmetrie sowie mit klinischen Skalen Aktivität und Partizipation der Patienten vor und nach den 12 Behandlungen dokumentiert.

In der Gruppe der Patienten mit leichter Beeinträchtigung war nach 12 Behandlungen  die Verbesserung der Ganggeschwindigkeit und die Einbeinstandzeit (als Maß der Gangsymmetrie) auf dem betroffenen Bein nach dem Therapeuten gestützten Laufbandtraining größer.
Eine Verbesserung von Aktivität und Partizipation und damit von Lebensqualität zeigte sich nur in der Gruppe der schwerer betroffenen Patienten, die Therapeuten gestütztes Laufbandtraining erhielten.

Schlussfolgerung:

Therapeuten gestütztes Laufbandtraining führt bei gehfähigen Patienten nach Schlaganfall zu größeren Verbesserungen als ein gleich intensives Laufbandtraining mit dem Lokomaten.

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Kommentar:
Die Ergebnisse dieser Studie sind überraschend und fordern eine Diskussion um die Wirksamkeit von Gangtrainer heraus.
Auffallend ist ein Widerspruch zum Ergebnis der Meta-Analyse von Mehrholz et al. (2), die zeigte, dass durch den Einsatz elektromechanischer Gangtrainer, jeder vierte gehbehinderte Patient unabhängig von fremder Hilfe gehfähig werden könnte. Damit sind die Gangtrainer als  hochwirksames Therapiemittel deklariert worden. Erklärt werden kann die Differenz zur Studie von Hornby (1) einerseits mit der Patientenauswahl. Während bei der Meta-Analyse von Mehrholz die Verbesserung nicht gehfähiger Patienten untersucht wurde, waren die Patienten in der Hornby – Studie (1) unabhängig gehfähig. Ein großer Unterschied besteht auch hinsichtlich der Konstruktion der eingesetzten Geräte. Während sowohl der Gangtrainer wie auch der LokoHelp "Pedago" nur die Füße führt und Knie- und Hüftgelenk aktiv durch den Patienten kontrolliert werden müssen, unterstützt der Lokomat passiv Knie- und Hüftbewegungen. Es kann vermutet werden, dass beim Lokomaten die Aktivität und damit die Lernleistung des Patienten kleiner ist als bei einem elektromechanisch gestütztem Gangtraining bei dem nur die Bewegung der Füße passiv erfolgt.

Fazit:
Elektromechanische Gangtrainer sollten in der Schlaganfallrehabilitation schwerpunktmäßig bei nicht gehfähigen Patienten eingesetzt werden. Geräte, die die Füße der Patienten führen scheinen bei der jetzigen Studienlage effektiver.
Bei gehfähigen Patienten ist vor dem Hintergrund eines „aufgaben-orientierten“ therapeutischen Vorgehens ein spezifisches Kraft- oder Geschwindigkeitstraining sowie ein alltagsorientiertes Training der posturalen Kontrolle zu favorisieren.

1. Hornby TG, Campbell DD, Kahn JH, Demott T, Moore JL, Roth HR. Enhanced gait-related improvements after therapist- versus robotic-assisted locomotor training in subjects with chronic stroke: a randomized controlled study.Stroke. 2008;39(6):1786-92.

2. Mehrholz J, Werner C, Kugler J, Pohl M. Electromechanical-assisted training for walking after stroke.Cochrane Database Syst Rev. 2007 Oct 17;(4):CD006185.

Zusammenfassung und Kommentar: S. Freivogel